Dambulla Höhlentempel, Sri Lanka, UNESCO-Welterbe, Srilanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Dambulla: Sri Lankas mystischer Höhlentempel

❂ Der “Cave Temple” von Dambulla ❂ Als wäre es einem Märchenbuch entsprungen, liegt dieses heilige Grotten-Ensemble inmitten des „Kulturdreiecks“ zwischen Sigiriya, Polonnaruwa und Kandy. Mit einer Fläche von 2.100 m² ist dies die größte und gleichzeitig besterhaltenste Tempelanlage Sri Lankas. 1991 wurde sie als UNESCO-Weltkulturerbe unter dem Namen „Goldener Tempel von Dambulla“ anerkannt.

Das mit farbenprächtigen Buddha- und Königsstatuen sowie kunstvollen Fresken und kostbaren Wandmalereien geschmückte Höhlensystem liegt malerisch auf einem 160 Meter hohen Felsmassiv aus Granit.

Insgesamt sollen rund 80 Höhlen zu der Felsformation gehören, doch nur fünf der größten Höhlentempel sind für Besucher zugänglich. Die fünf riesigen Viharayas verteilen sich über mehr als 2.000 Quadratmeter und die haben’s wahrlich in sich!

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Ich bin von diesem Besuch unglaublich begeistert, denn das klösterliche Ensemble von Dambulla ist ein hervorragendes Beispiel für die religiöse Kunst und Ausdrucksform Sri Lankas und Süd- und Südostasiens. Ich kenne keinen anderen Ort, an dem man eine solche tiefe, ja geradezu mystische Verbindung zum Buddhismus empfindet, wie hier. Ich habe das noch nicht einmal in Thailand erlebt!

Die fünf heiligen Höhlenschreine, ihre meisterlich bemalten Steinoberflächen sowie die dort errichteten Statuen sind einzigartig in Größe und Erhaltungsgrad und somit von universellem Wert. Wie die UNESCO mitteilt, umfasst das Kloster bedeutende Kunstwerke des 18. Jahrhunderts, die  aus der srilankischen Schule von Kandy stammen.

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Diese natürlichen Höhlen, die seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. von  buddhistischen Waldmönchen bewohnt waren, wurden im Laufe der Geschichte in einen der größten und herausragendsten buddhistischen Komplexe in der süd- und südostasiatischen Region umgewandelt. Offiziell gegründet wurde die prächtige Tempelanlage ca. 100 Jahre vor Christus, und zwar von König Walagamba von Anuradhapura  (1. Regierungszeit: 104–103 v. Chr., 2. Regierungszeit: 89–76 v. Chr.).

Nachdem er wegen der Tamilen-Invasion und den damit verbundenen anhaltenden Völkermordattacken ins Exil ging und sich für einige Zeit im Höhlen-Labyrinth von Dambulla versteckte, beschloss er – nach der Rückkehr zur Macht – sein ehemaliges Versteck in einen Staatstempel umzuwandeln. Nicht nur aus Dankbarkeit, sondern auch um das unersetzliche Wissen der Mönche bewahren zu können.

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Später fungierte sie dann tatsächlich wieder als eine Stätte für Einsiedlermönche, die dort meditierten und buddhistische Schriften studierten. Die Klosteranlage wurde im Laufe der Jahrhunderte von unterschiedlichen Herrschern renoviert, erweitert und auch immer wieder mit Schenkungen bedacht.

Besonders hervorzuheben sind die Gaben von König Nishankamalla vom Königreich Polonnaruwa, der während seiner Regierungszeit 1190 n. Chr. über 70 Buddha-Statuen dem Tempel gewidmet hatte. Dazu gehörte zuletzt der 30 Meter hohe „Goldene Buddha“ (Rangiri Vihara), der 2001 eingeweiht wurde.

Speziell in der Mittagssonne leuchtet die Statue in strahlendem Gold-Glanz, doch auch im Abendlicht umgibt die heilige Figur ein mystisches Licht.

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In unmittelbarer Nähe zu diesem Wahrzeichen befindet sich der Aufgang zum „Rock Temple“ (Felstempel), auch „Cave Temple” (Höhlentempel) genannt.


Eingang zum Felsenberg


Ein großes Schild an der Hauptstraße weist uns den Weg zum Parkplatz. Dort befindet sich das Tickethäuschen, und wir bezahlten für die beiden Einlasskarten jeweils 1.500 Rupien – das sind umgerechnet ca. 4 €. Mehrere frei lebende Katzen umstreichen unsere Beine, sie lassen sich auch streicheln und hochnehmen.  Eine süße Begrüßung! 

Zunächst muss man sich schon ein wenig anstrengen und unzählige Treppenstufen erklimmen, denn der Eingang zum Höhlensystem liegt auf einem Berg in ca. 120 m Höhe.

 Aufgang zum Dambulla Höhlentempel, Sri Lanka, UNESCO-Welterbe, Srilanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Der Aufstieg lohnt sich aber allemal – schon wegen des grandiosen Blicks. Auf der einen Seite blickt man über die weitläufige Ebene von Kurunegala,  auf der anderen Seite sieht man in der Ferne den berühmten Sigiriya-Felsen und das Ritigala-Gebirge.

Während wir aufsteigen begleiten uns zwei streunende Hunden, doch eigentlich sind hier ganz andere putzige Tierchen zuhause. Freche Affen lungern auf Treppenaufgängen, Gehwegen und auf dem Vorplatz des Höhleneingangs herum, doch diese sollte man besser nicht berühren, denn diese Tiere beißen gerne oder klauen schon mal den Fotoapparat oder das Handy. Dabei hat man doch gerade so tolle Aufnahmen von der idyllischen Landschaft gemacht. Also lieber Finger weg!

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Oben angekommen machen mein Mann und ich erst einmal eine kleine Pause.

Ein Schild weist darauf hin, dass alle Besucher noch vor dem Haupteingang die Schuhe und Hüte ablegen und angemessene Kleidung tragen müssen. „Das ist ein heiliger Platz“, steht da auf Englisch. Und: „Ihre Kleidung muss Schultern und Knie bedecken!“ Mein Tipp: Socken anlassen, denn der Steinboden auf dem Gelände kann im Sommer sehr heiß werden!


Besichtigung der Tempelhöhlen


„Wow…!“ entfährt es mir, als ich das Eingangstor durchschreite.

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Vor mir schmiegt sich ein langgezogenes, palastartiges Gebäude an einen gigantischen Felsbrocken, der die gesamte Landschaft dominiert. Es ist mit verzierten Giebeleingängen und halboffenen, gewölbten Kolonnaden versehen, die im 15. Jahrhundert n. Chr. an die Original-Struktur angebaut wurden.

Ehrfürchtig verharre ich angesichts dieses ungewöhnlich mystischen Szenarios – so etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen!

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In den zahlreichen Opferschalen brennen zahlreiche unzählige duftende Räucherstäbchen und auf dem ganzen Gelände flattern bunte Fahnen im Wind. 

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Wir haben Glück. Man sieht nur einige Einheimische und kaum Touristen, denn wir sind während der Corona-Pandemie hier. Während andere südostasiatische Länder ihre Grenzen noch nicht geöffnet haben, ist ein Besuch auf Sri Lanka bereits seit Januar 2021 möglich – natürlich unter Einhaltung der strikten Hygieneregeln.

Mein Tipp: Wenn man keinen Führer beansprucht, sollte man sich mit einer guten Taschenlampe ausrüsten oder das Licht des aufgeladenen Handys nutzen. Denn das Innere der Höhlen ist nur sehr spärlich beleuchtet. 

Die fünf im folgenden beschriebenen Höhlentempel wurden in einem Zeitraum von 2.000 Jahren erweitert und ausgeschmückt. Heute ist das gesamte Gelände ein touristischer Anziehungspunkt und Pilgerstätte für einheimische Buddhisten.

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Worauf Sie sich freuen können: auf insgesamt 153 farbenprächtige Buddha-Statuen, drei Königsstatuen, vier Skulpturen der hinduistischen Götter Ganesh und Vishnu sowie zahllose wertvolle Wand- und Deckenmalereien.

Alle Höhlen sind dem Leben Buddhas gewidmet.


Höhle 1: „Höhle des göttlichen Königs”

Die erste Höhle ist dem heiligen Vishnu geweiht und wird von einer 14 Meter langen, liegenden Buddha-Statue beherrscht. Diese wurde direkt aus dem Granitfels gemeißelt und mit echtem Gold verziert. Sie ist so groß, dass ich sie nicht in einem Stück fotografieren konnte.

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Der  “Reclining Buddha” in der Dambulla Höhle erinnert mich ein wenig an die liegende Statue in Thailands berühmten “Wat Pho Temple”, wobei der thailändische Buddha ganze 46 Meter lang ist – also dreimal so groß wie dieser hier. Über den Riesen-Buddha aus Gold hatte ich einst im Online-Magazin Thaizeit.de berichtet.

Was allerdings beide Figuren gemeinsam haben, sind die besonders aufwendig verzierten Fußsohlen, unter anderem mit Blattgold. Das ist schon sehr eindrücklich, wie man hier sehen kann…

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Die den Buddha umgebenden Wände und Decken sind ausnahmslos mit farbigen, 700 Jahre alten Malereien verziert. Kleinere Statuen schmücken den relativ engen Raum.


Höhle 2:Höhle der großen Könige“

Unter weiß getünchten Kolonnaden wandeln wir den langen Außengang entlang und begeben uns zur angrenzenden zweiten Felsengrotte.

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Mit seinen 50 Metern Länge und einer Deckenhöhe von fast 7 Metern ist dieser Raum um einiges größer und wesentlich eindrucksvoller. In der Mitte des Raumes thront ein kleiner bauchiger Stupa, der von mehreren Buddhas bewacht wird.

Beachten Sie hier vor allem die unglaublich prächtige Fresken-Decke, die dem gesamten Raum eine fast übernatürlich schöne Atmosphäre verleiht. Etwa 60 (!) farbenprächtige Buddha-Statuen sitzen, liegen oder stehen hier in allen bekannten Positionen nebeneinander.

Auch diverse Hindu-Götter und die beiden singhalesischen Könige Valagamba und Nissankamalla mischen sich hier unters heilige Völkchen.

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Wie alle anderen Bereiche ist auch diese Höhle mit herrlichen Wandmalereien versehen, die von Buddhas Leben und seinen Begegnungen erzählen.

Interessantes Detail am Rande: auf der rechten Mauerseite befindet sich eine Auffangschale, wo auch in Monaten der Trockenheit Wasser aus einem Spalt in der Wand hinein tropft. Das heilige Wasser wird für traditionelle Rituale genutzt.


3. Höhle: „Großer neuer Tempel“

Diese Höhle wurde von König Kirti Sri Rajasinha erbaut, dessen gut erhaltene Statue am Eingang steht. Er war der zweite Nayaka-König von Kandy und ihm wird die Wiederbelebung des Buddhismus und der Literatur auf Sri Lanka zugeschrieben. Er regierte von 1747 bis 1782.

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In unmittelbarer Nähe des Königs thront eine lebensgroße Buddha-Statue. Drumherum sitzen und stehen weitere 60 Buddha-Figuren aus Marmor, Eben- und Sandelholz.

Besonders bezeichnend: Einige der Hauptfiguren in dieser Höhle wurden direkt aus dem Fels herausgeschlagen.

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4. & 5. Höhle:Höhlen des westlichen Tempels“

Anfang des 20. Jahrhundert wurde die vierten Felsgrotte aufwendig renoviert und bis heute schimmern die Wandmalereien in frischen, prachtvollen Farben. Kleinere bunte Statuen wurden in einer typischen Meditationshaltung erbaut, doch der ultimative Hingucker ist auch hier wieder eine liegende, 10 Meter lange Buddha-Statue.  Hier verharren viele Gläubiger für eine längere Zeit, um zu beten oder an buddhistischen Feiertagen Opfergaben und Blumen niederzulegen.

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Die fünfte und modernste Höhle, bei den Sri-Lankern auch als “zweiter neuer Tempel” bekannt, ist im Vergleich zu den anderen vier Felstempeln ein eher kleiner Raum.

Während die zuvor ausgestellten Skulpturen aus Granitstein gemeißelt wurden, sind die hier zu besichtigenden Figuren ganz neu erschaffen worden. Und zwar aus Gips und Backstein. Was sie allerdings nicht minder majestätisch wirken lässt…

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Mein Fazit: Wer auf Sri Lanka Urlaub macht, sollte unbedingt einen Besuch im Höhlentempel von Dambulla mit einplanen.  Dieser von der UNESCO ausgezeichnete Höhlentempelkomplex ist nicht nur der größte seiner Art im Inselstaat, er gehört auch zu den am besten erhaltenen Orten von Höhlenkunst weltweit.

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© Text: Nathalie Gütermann. Fotos: Nathalie Gütermann/Jörg Baston

Information

Die Höhlentempel von Dambulla liegen in der Zentralregion von Sri Lanka, ca. 150 Kilometer östlich von der Hauptstadt Colombo und  sich ungefähr 2 Kilometer vom eigentlichen Stadtzentrum entfernt. Die Dambulla Höhlentempel gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf der Insel, sodass es in der Trockenzeit von Dezember bis Februar gelegentlich etwas voller sein kann.

Die zu beachtende Kleiderordnung hatte ich schon erwähnt. Bringen Sie zudem genügend Trinkwasser mit, denn oben auf dem Berg gibt es keine Shops.

ÖFFNUNGSZEITEN

9:00 – 19 Uhr, auch an Feiertagen. Der Ticketschalter am Fuße des Berges schließt um 17 Uhr. Rechnen Sie für diesen Besuch ca 2 – 3 Stunden ein (inklusive 15 Minuten Auf- und Abstieg).

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