Koloniales Grand Hotel: Galle Face, Colombo

❂”Timeless Grandeur” – Zeitlose Herrlichkeit ❂ So bezeichnet sich das Galle Face mit Recht. Bis heute versprüht das im Kolonialstil erbaute Grand Hotel aus dem 19. Jahrhundert nostalgischen Charme und gilt als die erste Adresse in Colombos Metropole. Normalerweise tendiere ich eher zu kleinen, feinen Boutique-Hotels, doch hier mache ich eine Ausnahme. Dafür gibt es viele gute Gründe…

Dunkle Ecken, verstaubte Möbel und antiker Mief? Um Himmels willen, nein! Wer glaubt, dass sämtliche majestätischen Grand Hotels aus der uralten Zeit bis dato uralt geblieben sind, der täuscht sich gewaltig. Bestes Beispiel: das “Galle Face Hotel”, Sri Lankas ikonisches Wahrzeichen mit seiner idealen Lage direkt an der Meerespromenade.

Colombo Hotel "Galle Face", Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Die “große alte Dame” der Hotellerie hat aus Gründen der nachhaltigen Präservierung zahlreiche Auffrischungskuren absolviert und präsentiert sich mit ihren fast 160 Jahren noch immer mit einem taufrischen Antlitz.


Schmelztiegel: Tradition & Moderne


Den letzten Renovierungs-Marathon hat die Grande Dame während der Corona-Pandemie im Jahre 2021/22 über sich ergehen lassen, sodass die letzten Furchen und Falten glatt gebügelt und so manch’ langjähriges Zipperlein verschwunden ist.

Colombo Hotel "Galle Face", Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Das “Galle Face” hat es geschafft, seine reiche Geschichte und historische Pracht mit einer zeitgemäßen, trendigen Atmosphäre zu verschmelzen, was sowohl bei etablierten älteren Gästen als auch bei der modern orientierten XY-Generation gleichermaßen Anklang findet.

So ist zum Beispiel die hoteleigene Havanna-Lounge “King of the Mambo” schon seit vielen Jahren einer der ultimativen Hotspots in Colombo!

Galle Face Hotel "King of the Mambo Bar", Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Jeden Abend trifft sich dort ein hippes Völkchen von jungen und junggebliebenen Menschen, um dort köstliche Cocktails, leckeres Essen und die pulsierende Atmosphäre genießen. Ich komme später nochmals auf diese coole Entertainment-Location zu sprechen.


Historische Besonderheiten


Auf Sri Lanka hinterließen zunächst Portugiesen und Holländer starke architektonische Statements, um ihren Herrschaftsanspruch in “ihrer Kolonie” zu demonstrieren. Doch waren es zweifellos die Briten, die im alten Ceylon den Kolonialstil am umfassendsten prägten.

Außenansicht "Galle Face", Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Das im Jahre 1864 von vier britischen Unternehmern gebaute Anwesen geht auf eine holländische Villa namens “Galle Face House” zurück.

Während der englischen Kolonialzeit wurde sie ausschließlich als privater Treffpunkt für die Herren der Schöpfung genutzt: “For Gentlemen only!” 

Colombo Hotel "Galle Face", Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Damen hatten also hier keinen Zutritt – wie das übrigens in anderen britischen Etablissements des Landes üblich war. Zum Beispiel im Hill Club in Nuwara Eliya.

Nach verschiedenen Erweiterungen wurde die Villa schließlich zu einem Hotel umfunktioniert. Ende des 19. Jahrhunderts galt es schließlich als das beste Grand Hotel von ganz Sri Lanka.

Hier, am Südende der namensgebenden grünen Uferpromenade Galle Face Green, treffen sich Gäste und auch auswärtige Besucher zu sozialen Events.

Oder einfach zum stilvollen Sundowner, High Tea oder Dinner. 

Sundowner im Galle Face, Colombo; Sri Lanka

Direkt am angrenzenden Indischen Ozean zu sitzen – vor allem, wenn die Sonne langsam untergeht… – das hat schon was! Für viele Menschen beginnt ja der Urlaub erst mit dem ersten Sonnenuntergang.

Und den bekommt man im Galle Face kostenlos serviert!

Sonnenuntergang am Galle Face Hotel, Colombo, Sri Lanka

Da sieht die Meeres-Szenerie schon mal so aus, als hätte ein Maler kräftig in den Farbtopf gegriffen, um alle Facetten von Gelb-, Orange- und Rottönen auf seine universelle Leinwand zu pinseln.


Koloniale Stilelemente


Ich habe ja ein großes Faible für den Kolonialstil, denn die entsprechende Architektur und das Interior Design sind ein exotisches Relikt von anno dazumal. Auch wenn ich nicht explizit am “Gestern” hänge, so kann ich mich doch für so manches Überbleibsel aus der vergangenen Zeit begeistern.

Emblem "Galle Face", Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Da ich in meinen Berichten noch nie konkret auf die typischen kolonialen Stilelemente eingegangen bin, erlaube ich mir, dies an dieser Stelle zu tun. Das “Galle Face Hotel” in Colombo ist schließlich ein perfektes Beispiel.

Klassizistisch mit einer Prise Exotik”. So könnte man den Stil beschreiben, der vor allem in Colombo durch die europäischen Einwanderer entstanden ist. Ikonisches Stilelement hier: der Schachbrettboden in der Gartenanlage des Galle Face.

Das Design der “Chequerboard Terrace” mag zwar  “modern” anmuten, doch waren Schachbrettböden schon in antiken Artefakten zu sehen. Kleiner Exkurs: Das gestaffelte quadratische Design findet sich bereits in Keramiken aus der Bronzezeit um 1500 v. Chr.

Später entdeckte man es auch in altägyptischen Hieroglyphen wieder. Als schließlich Stein und Fliesen zur Herstellung von Fußböden verwendet wurden, übernahmen die Römer das beliebte Schachbrettmuster. Jahrhunderte später auch die Briten…! 

Da sich gerade diese Kolonie in einer heißen Klimazone befand, die mit der verregneten, kühlen Insel im Nordwesten Europas nur wenig gemein hatte, kamen die Briten nicht umhin, ihren Architektur-Export anzupassen. Alles ist daher hell, weiträumig geöffnet oder nur halb überdacht.

Hier der halboffene Arkadengang vor dem Eingangsportal. Man beachte die extravaganten “Mazda Wandlampen” im Art Deco Stil, vermutlich um 1930, sowie die niederländischen, kunstvoll geschnitzten “Burgomaster”-Stühle mit Pfotenfüssen. Provenienz vermutlich zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts aus dem alten Ceylon.

Eingangshalle "Galle Face", Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Typische Merkmale des Kolonialstils sind kassettierte Türen sowie Wand-, Decken und Bodenvertäfelungen mit edlen dunklen Hölzern – meist aus Teak oder Mahagoni.

Auf dem Weg in den zweiten Stock entdecken wir diese traumhaft schönen floralen Intarsien oberhalb des Fahrstuhls am Treppenaufgang. Die Holzverkleidungen stammen aus dem vorigen Jahrhundert, und auch die Gravuren in den Aufzugtüren sind ein Hingucker.

Überhaupt ist das gesamte Innere konsequent mit Holz eingerichtet. Dies setzt sich auch in den insgesamt  165 Superior Rooms (ca. 30 qm) und Suiten (ca. 50 bis 200 qm) fort, die über die Jahre hinweg ständig renoviert wurden. Wie schon eingangs erwähnt: Nichts ist verstaubt!

In allen Zimmern wurde das koloniale Flair zwar erhalten, aber geschickt mit modernem Luxus kombiniert.

Zimmer im Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Der kürzlich renovierte Classic-Flügel besteht aus den Heritage-Suiten, Premier-Zimmern, Junior-Suiten mit Queensize-Bett und Landmark-Zimmern.

Hier ein Blick in die Junior Suite Queen. Sie ist, wie alle Zimmer, mit feinstem Parkett, wertvollen Teppichen und echten Kunstwerken ausgestattet.

"Junior Suite Queen" im Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Sämtliche Zimmer verfügen über einen großen Balkon. Wenn Sie also “Ausgang haben wollen”, dann fragen Sie bei Buchung nach einem solchen Zimmer. Im Regency Wing wäre das zum Beispiel die Junior Suite Ocean View Balcony.

Säulen nach dem Vorbild der griechischen Säulenordnung tauchen immer wieder in und rund um das Kolonialgebäude auf. Einige sind alt, andere auf “alt gemacht”.

In erster Linie dienen die Säulen als Dekoration; in der Eingangshalle hingegen sind sie die notwendigen Stützpfeiler für diverse Arkadengänge.

Eingangshalle & Rezeption im Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Wintergärten, wie sie in englischen Herrenhäusern des 19. Jahrhunderts üblich waren, wurden auch in das “Galle Face” integriert.

Um das halboffene Restaurant “The Verandah” zu schaffen und einen unverbauten Blick auf Garten und Meer zu gewährleisten, wurde an die Außenwand des Hotels ein überdachter Bereich angebracht – ebenfalls umgeben von einer Säulen-Ballustrade.

Der Raum ist luft- und lichtdurchflutet und die geflochtenen Korbstühle verleihen dem Ambiente einen heimeligen Touch.

Cremefarbene Stoffrollos schützen die Restaurant-Veranda tagsüber vor der strahlenden Sonne oder vor gelegentlichen Windböen. Sobald jedoch die Stoffjalousien hochgezogen werden, offenbart sich den Gästen der herrliche Blick auf die direkt angrenzende “Chequerboard Terrace” und das Meer.

"Restaurant The Verandah", Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Zum Lunch und Dinner konzentriert sich das Speiseangebot auf die landestypische Küche. “Einige Dinge haben sich seit damals geändert. Aber wir bemühen uns, das Beste von unserem ceylonesischen Erbe intakt zu halten”, heißt es auf der hoteleigenen Webseite. “Unser Tee wird immer noch in den Nebeln von Nuwara Eliya angebaut, und unser Krabbencurry ist auf der ganzen Insel berühmt.” Na denn…

Direkt neben dem Verandah-Restaurant befindet sich die Außenterrasse der Traveller’s Bar. 

Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Auch hier wird man Dank der Säulenbalustrade in alte Zeiten zurückversetzt. Ein wenig erinnert mich die Szenerie an “Vom Winde verweht”, wenngleich wir uns hier nicht in den Südstaaten befinden.

Dieser Bereich des Galle Face Hotels wird gerne am späten Nachmittag besucht. Wir kommen meist auf einen Kaffee oder Nachmittagstee vorbei, denn ebenso wie vom “Verandah Restaurant” hat man auch von hier aus einen unschlagbaren Meerblick.

"Terrace Bar" Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann


3 Highlights im “Galle Face”


Wie in jedem Hotel gibt es ein paar spezielle Ecken, die ein besonderes Augenmerk verdienen. Ich habe mir drei Locations im Hause herausgepickt, die mir besonders gefallen haben.


◊  Galle Face Privatmuseum

Wenn Sie eines Tages in diesem Hotel einchecken sollten, fragen Sie an der Rezeption unbedingt nach der hauseigenen Ausstellungshalle.

Oldtimer von Prinz Phillip im Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Kaum ein Gast weiß davon, dabei beherbergt das Museum außergewöhnliche Raritäten. Hier zum Beispiel ein “Standard Nine” aus dem Hause “Standard Motor Company“. Das Fahrzeug wurde von 1928 bis 1940 gebaut “Nine” bezeichent den Kleinwagen “Little 9 hp”.

Der Clou: Dies war das erste eigene Auto von Prinz Phillip, dem späteren Gemahl von Queen Elizabeth II. von England.

Oldtimer von Prinz Phillip im Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Auf einem Aushang mit Originalfoto des Adeligen steht geschrieben: “Prinz Philip von Griechenland, Herzog von Edinburgh, wurde 1940 als Mid-Shipman bei der damaligen Royal Navy in Ceylon (heute Sri Lanka) eingesetzt.

Er arbeitete im Büro seines Onkels Lord Louis Mountbatten in Peradeniya (Central Ceylon). ). Während er dort stationiert war, kaufte er sein erstes eigenes Auto. Das Galle Face Hotel hat das Privileg, dieses Auto in seinem Museum auszustellen.”

Oldtimer von Prinz Phillip im Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Prinz Philip war damals 19 Jahre alt und der Wagen kostete ihn stolze 12 Pfund. Heute gehört das wertvolle Fahrzeug einem Geschäftsmann, der den Oldtimer dem “Galle Face” als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat.

In einem anderen Bereich des Museums finden sich zahlreiche Schwarzweißfotos von all’ den berühmten Persönlichkeiten, die im “Galle Face” genächtigt haben. Hier, in dieser Galerie, versammelt sich das Who‘s Who der internationalen Film-, Musik- und Literaturwelt hinter Glas.

Hollywoodstars, Filmproduzenten, Schriftsteller, Sänger und Politiker waren unter den Hotelgästen, u.a.: Jazz-Legende Duke Ellington, Sir Roger Moore, Sir Ben Kingsley, Bo Derek, Lex Barker, Sade, Robbie Williams, Steven Spielberg, Richard Nixon, David Lloyd George, Trevor Howard, Boxer Primo Carnera … um nur einige zu nennen.


◊  Traveller’s Bar

"Traveller's Bar", Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

In der schicken, sehr britisch gestylten Bar mit cognacfarbenen Stoff- und Ledermöbeln, geht’s grad weiter mit den unzähligen geramten Fotos von ehemaligen berühmten Gästen.

Mitunter bekommt man das Gefühl, dass sie einem beim Trinken und Plaudern zuschauen. Sicher ist: hier wird sich wohl keiner jemals einsam fühlen, auch wenn er mal allein’ unterwegs ist.


◊  King of the Mambo

Kommen wir zu meinem Lieblingsplatz im Galle Face: dem kubanischen Restaurant mit Havanna Bar. Tagsüber ist diese Location mit ihren bequemen Sofaecken einfach super gemütlich.

Terrassen-Lounge des "King of Mambo", Galle Face, Colombo, Sri Lanka

Die beste Zeit ist die Happy Hour. Genießen Sie einen Cocktail am Meer und lauschen Sie den Wellen, die sich unmittelbar vor der Lounge an den Felsen vor der Außenmauer brechen.

Noch ist alles ruhig. Die Party beginnt erst gegen Abend, wenn die einheimischen Business-People zum “After-Work-Gathering” hier aufschlagen. Denn die Bar ist auch für auswärtige Gäste geöffnet.

"King of the Mambo", Galle Face, Colombo, Sri Lanka, © SriLanka-Lifestyle.com by Nathalie Gütermann

Die “King of the Mambo” Lounge, Restaurant und Bar ist – wie schon eingangs erwähnt – der “Hot Spot in Town”. Täglich bis Mitternacht gibt’s hier köstliche Drinks, leckeres Essen und coole lateinamerikanische Musik, die selbst Tanzmuffel vom Sofa aufspringen lassen.

Naa..? Ist das nicht eine super coole Location? Von wegen Antiquiertheit!

Bevor allerdings der große Trubel beginnt und wir uns unters Völkchen mischen, entscheiden sich mein Mann und ich für ein romantisches Dinner zu zweit – ganz vorne auf der Mambo-Terrasse, direkt am Meer. 

Es gibt wohl selten einen Platz, wo man den Ozean so nah bei sich hat. Ein gut durchdachtes Beleuchtungskonzept taucht das Meereswasser an dieser Stelle in ein tiefblaues Wunderwerk, auf dem die schneeweiße Gischt ihr eigenes “Mambo No.5”-Tänzchen aufführt.

Lou Bega lässt grüßen…!


© Text: Nathalie Gütermann. Fotos: Nathalie Gütermann/Jörg Baston

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Webseite: https://www.gallefacehotel.com/

Adresse: 2 Galle Road, Colombo 3
Sri Lanka

Telefon: +94 11 254 1010

Email: information@gallefacehotel.com

Lage: Südlicher Teil vom "Galle Face Green"

Preisniveau: 5-Sterne Hotel; €€€€ - €€€€€

Öffnungszeiten: Ganzjährig geöffnet

Küche: Ceylon Küche, International, Kubanisch (King of Mambo)

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